Home Rückblick Im Outback Europas - Natur-Exkursion nach Portugal (26.07.- 02.08.2006)
Im Outback Europas - Natur-Exkursion nach Portugal (26.07.- 02.08.2006) PDF Drucken E-Mail

Der Übergang in jene besondere Welt, die für die nächsten 7 Tage zu unserem Zuhause werden sollte, vollzog sich - zumindest körperlich - innerhalb weniger Stunden: Start für die frida-Exkursion war der Frankfurter Flughafen, dort fand sich unsere Reisegruppe mittags zusammen. Am frühen Abend trafen wir in Faro ein, wo uns unser Gastgeber Bernd Gerken, Leiter des Projekts "Kinder der Zukunft" empfing. Per Mietwagen ging die Reise weiter bis ins Herz des Alentejo, nahe dem Santa-Clara-Stausee. Die letzten Kilometer führte unser Weg über eine schmale holprige Sand- und Felspiste, die sich malerisch zwischen den Hügeln mit Eukalyptus-, Pinien und Korkeichenhainen schlängelte. Kurz bevor wir das Ende der Welt erreichten (so fühlte es sich jedenfalls an), gelangten wir bei Sonnenuntergang an unseren Bestimmungsort. Eine tiefe Ruhe lag über den Bergen, nur die Zikaden sangen ihre endlosen Lieder des Südens. Doch allzu lange konnten wir uns dem Zauber dieser anderen Welt zunächst nicht hingeben - jetzt mussten erst mal die Übernachtungsplätze verteilt, vorbereitet und die Zelte aufgebaut werden. Am Orangenhäuschen bezogen wir unser Quartier. Nach einem kurzen Abendessen gaben wir uns unseren Träumen hin und unseren Seelen die Zeit, nachzukommen - ins Outback. Morgens war erst mal unser Einsatz gefragt: Wer wollte, konnte z.B. beim Bewässern oder Tiere füttern helfen oder die frische Orangenernte des Tages einsammeln. In den nächsten Tagen lernten wir das weitläufige Projektgebiet kennen und besuchten den Waldgarten und den nahgelegenen Stausee. Ein kultureller Tagesausflug führte uns in die Städtchen Silves und die Monchique. Auf dem Markt von Messines gab es leckere Früchte und Gemüse, z.B. köstliche reife Feigen und leckere Mandeln, die süßesten Nektarinen der Welt und die größten und trotzdem aromatischsten Tomaten, die wir je gesehen hatten. Einen Tag ging es an die Atlantikküste (Costa Vicentina) bei Amoreira, wo wir an einem einsamen Strand vieles über Flora und Fauna des Meeres lernen und essbare Algen probieren konnten. Begleitet wurden unsere Aktivitäten teilweise von einem Filmteam, das eine Dokumentation für den Infokanal des ZDF drehte. In den täglichen von Bernd Gerken geleiteten Seminaren erfuhren wir Wissenswertes über Permakultur, Pflanzungen, das Leben und die Besonderheiten in dieser dünn besiedelten extrem trockenen Landschaft. Zur Auflockerung und Entspannung waren wir künstlerisch aktiv, machten Musik und Qigong-Übungen. Wir hatten in dieser Woche die einmalige Chance, einzutauchen in ein Leben, das auf Dauer für die meisten von uns unvorstellbar wäre. Das einer längst vergangenen Zeit angehört. Das uns in keiner Weise den Komfort bietet, den wir kaum mehr missen möchten - ohne warmes Wasser, ohne Radio, ohne Supermarkt um die Ecke. In dieser Einöde fernab der Zivilisation werden andere Dinge wichtig. Das Leben spielt sich weitgehend im Einklang mit den Rhythmen der Natur ab und wird durch diese bestimmt. Wir können erahnen, dass eine solche Lebensweise ihre wunderbaren und tiefe Zufriedenheit bringenden Seiten hat, wenn sie auch zuweilen alles andere als einfach ist. Zumal die Familie Gerken mit dem Gelände noch große Ziele hat. Keine Stadt weit und breit - dafür jeden Abend ein wunderbarer Sternenhimmel. Tiefe Einsamkeit - dafür aber auch eine kaum mehr gekannte friedliche Ruhe. Nicht zuletzt dank der engagierten frida-Reiseleitung, aber natürlich vor allem dank unseren tollen TeilnehmerInnen war die Exkursion ein voller Erfolg. Also auf ein Neues im nächsten Jahr???!!! LF

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