Home Rückblick Zivilisation oder Wildnis? (10. April 2005)
Zivilisation oder Wildnis? (10. April 2005) PDF Drucken E-Mail

- Auf der Suche nach alternativen Lebensweisen - „Es ist umsonst, wenn wir von einer Wildnis träumen, die in der Ferne liegt. So etwas gibt es nicht. Der Sumpf in unserem Kopf und Bauch, die Urkraft der Natur in uns, das ist es, was uns diesen Traum eingibt.“

Henry David Thoreau


Am Sonntag, den 10. April war es soweit: Die Premiere, die erste offizielle Veranstaltung von frida Rhein-Main fand statt. Der Vortrag von Prof. Dr. Bernd Gerken (Fachhochschule Höxter) war ein gelungener Auftakt zum diesjährigen Veranstaltungsprogramm. Unter der Überschrift „Zivilisation oder Wildnis“ konnten rund 50 Zuhörer im „Wohnsinn“ viel Interessantes über Gerkens Projekte „Kinder der Zukunft“ und „Hutewald“ hören. In der Pause gab es Erfrischendes von der Saftbar (frischgepresste Bio-Säfte) sowie eine Klezmer-Musikeinlage von zwei Bewohnerinnen des Wohnprojekts. Die eng mit den Ideen und Aktivitäten von Frida verknüpfte Fragestellung der Suche nach alternativen Lebensweisen stand im Mittelpunkt des Dia-Vortrags. Wie richten wir unser Leben ein im Spannungsfeld zwischen den Ansprüchen an den Komfort der High-Tech-Zivilisation und dem Urbedürfnis nach intakter Natur? Bernd Gerken sprach - in sehr persönlicher Art und Weise - über Wildnis und Umweltschutz, über Permakultur und gesunde Ernährung, über natürliche Geburt und Kindererziehung. Ausführlich berichtete er über das von den Rhythmen der Natur geprägte Leben seiner Familie im südportugiesischen Alentejo. Dort befindet sich der Hauptsitz des Projektes „Kinder der Zukunft“, wo Gerken mit seiner Frau ein Familien- und Weiterbildungszentrum aufbaut. Wer Bernd Gerken dort besucht, der lernt aus eigener Erfahrung, wie essentiell und kostbar Wasser ist, dass der Boden permanent den Schutz einer Pflanzendecke braucht, und wie man einen Baum pflanzt, damit er in dem trockenen Klima wenigstens eine Chance hat anzuwachsen. Besucher haben die Wahl zwischen ausgedehnten Wanderungen in vielfältiger Landschaft, Joga und anderen Übungen, Malen, Beschäftigung mit den Tieren und Pflanzen u.v.m. Vor allem Kinder können und sollen ungehindert und ohne Angst ihre Erfahrungen machen, dürfen barfuß laufen, auf Bäume klettern, mit Ölfarben malen, sich schmutzig machen und beim spielerischen Entdecken „der Gesetze der Physik“ auch mal hinfallen. Doch wenn wir ihnen und sie sich selbst etwas zutrauen, geschieht dies nicht oft. Die Kinder der Gerkens besuchen keine Schule in unserem Sinne (Home Schooling), doch sind sie dafür tagtäglich konfrontiert mit den ganz elementaren Prozessen und Anforderungen des Lebens, eben dieser Wildnis, die wir Menschen über die Jahrtausende in uns bewahrt haben. Bis heute. Wir brauchen nur etwas Mut, um sie zuzulassen. Weitere Informationen über das Projekt „Kinder der Zukunft“ unter www.kinder-der-zukunft.net LF